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A

AGA

Antikörper gegen native Gliadinpeptide.


Autoantikörper

Antikörper sind Eiweißbausteine, die dem Immunsystem als Waffen zur Bekämpfung von gefährlichen Krankheitserregern dienen können. Auto-Antikörper sind gegen körpereigenes Gewebe gerichtet (auto kommt aus dem griechischen und bedeutet "selbst, eigen").


autoimmun

Der griechische Begriff "auto" steht für "selbst". Autoimmun bedeutet deshalb, dass das Immunsystem sich gegen körpereigene Strukturen und Gewebe richtet. 


B

Biopsie

Winzige Gewebeprobe, die z.B. bei einer Magenspiegelung aus der Speiseröhre, dem Magen oder - bei Zöliakieverdacht - aus dem oberen Teil des Dünndarms entnommen wird. Die Gewebeproben werden entnommen, um sie zum Bespiel (nach entsprechender Vorbereitung) unter einem Mikroskop auf auffällige Veränderungen zu untersuchen.  


D

DGP

Antikörper gegen deamidierte Gliadin-Peptide, die Teil des Gluten-Proteins sind. "Deamidiert" bedeutet, dass das körpereigene Enzym, die Gewebstransglutaminase, die ursprüngliche Gliadinstruktur bereits chemisch verändert hat.


Dünndarm

Teil des Magen-Darm-Traktes, der direkt an den Magen anschließt und auf den der Dickdarm folgt. Er besteht aus drei Abschnitten: Zwölffingerdarm (Duodenum,), Leerdarm (Jejunum) und Krummdarm (Ileum). Jeder Abschnitt ist auf die Aufnahme bestimmter Nährstoffe aus dem Speisebrei spezialisiert.


Duodenum

Erster Teil des Dünndarms, wichtig für die Aufnahme verschiedener, bestimmter Nährstoffe aus dem Speisebrei


E

EMA

Antikörper gegen Endomysium.


EMA-IgA

Antikörper (= Immunglobuline) der Klasse IgA gegen Endomysium sind ein sehr spezifischer Blutwert zur Diagnose der Zöliakie. Die Analyse kann aber nur bedingt automatisiert erfolgen und muss deshalb von einem erfahrenen Laborassistenten durchgeführt werden. Aus diesem Grund bieten nicht alle Labore diesen Test an.


Endomysium

Bedeutet "innerhalb des Muskels" und ist eine Bindegewebsschicht, die jede einzelne Muskelzelle umgibt.


Endoskopie

Untersuchung der Körperhöhlen (z.B. Darm, Blase, Atemorgane) mit einem langen, flexiblen und beweglichen Schlauch, an dessen Ende sich eine kleine Kamera, Licht sowie verschiedenen kleinen Werkzeugen befinden (Endoskop).


Entzündung

Eine Entzündung wird durch das Immunsystem als Folge einer Infektion, Reizung oder Verletzung ausgelöst und ist gekennzeichnet durch Rötung, Wärme, Schwellung und Schmerzen im betroffenen Gewebe. Sie kann an jeder Stelle des Körpers auftreten.


Enzyme

Verschiedene Arten von Enzymen haben unterschiedliche Funktionen in unserem Körper, z.B. manche wirken wie kleine Scheren, die Nahrungsbestandteile zerlegen, andere können die Struktur bestimmter Moleküle verändern.


Exokrin

Produktion und Absonderung von Körperflüssigkeiten auf die Haut oder die mit Schleimhaut ausgekleideten Hohlräume des Körpers. Dazu zählt z.B. die Produktion von Schweiß durch Schweißdrüsen der Haut, Produktion von Speichel durch Speicheldrüsen oder die Produktion von Verdauungssäften durch Leber, Bauchspeicheldrüse und Zellen der Darmschleimhaut.


F

FODMAP

Bei FODMAPs handelt es sich um bestimmte kurzkettige Kohlenhydraten, die im Dünndarm nur schlecht aufgenommen werden. Sie werden stattdessen in den Dickdarm transportiert, wo sie von Darmbakterien verstoffwechselt werden. Lebensmittel, die reich an FODMAPS sind, sind Getreide (Weizen, Gerste, Roggen), bestimmte Gemüsesorten (Rote Bete, Fenchel, Erbsen), Hülsenfrüchte, Milchprodukte und einige Früchte. Eine FODMAP-Diät sollte niemals ohne Anweisung eines Arztes und nur nach einem Gespräch dem Ernährungsberater eingeleitet werden.


G

Gastroenterologe

Arzt der sich auf Erkrankungen des Verdauungssystems spezialisiert hat.


Gewebe-Transglutaminase

Es handelt sich um ein Enzym, das verschiedene Aufgaben im Körper hat. Für Zöliakie spielt es eine Rolle, weil es Glutenfragemente so verändern kann, dass das Immunsystem Gluten unter bestimmten Bedingungen fälschlicherweise als gefährlich erkennt. Gleichzeitig richtet sich das Immunsystem aber auch gegen die Transgluminase und bildet dagegen Autoantikörper.


Gliadin

Gliadin ist neben Glutenin ein Hauptbestandteil des Gluten-Moleküls und spielt bei Zöliakie die eigentliche Rolle.


H

Haut-Prick-Test

Bestimmter Allergietest, bei dem die verdächtigten Allergene (z.B. Pollen, Nahrungsmittel) in gelöster Form als kleine Tropfen auf die Haut gegeben und diese Stelle schließlich mit einer feinen Nadel leicht angeritzt wird. Wenn nach einigen Minuten eine Hautreaktion (Quaddel) auftritt, ist das ein Hinweis, dass der Körper auf das getestete Allergen allgerisch reagieren könnte.


Histologie

Untersuchung kleiner Gewebeproben unter dem Mikroskop.


I

IEL

Es handelt sich um spezielle Immunzellen, die in der Schleimhaut z.B. des Magen-Darm-Trakts gefunden werden. Ihre Anzahl nimmt bei einer Entzündungsreaktion zu, wie beispielsweise bei einer Zöliakie. IEL sind aber kein Anzeichen für eine bestimmte Erkrankung. Eine erhöhte Anzahl an IEL deutet lediglich auf eine Entzündung hin. Da bei Zöliakie die Dünndarmschleimhaut entzündet ist, findet man meistens auch eine erhöhte Anzahl der IEL in den Gewebeproben. Es müssen aber auch andere, charakteristische Anzeichen für Zöliakie vorliegen, die IEL allein sind kein Kriterium für Zöliakie.


IgA

Antikörper (Immunglobuline, Ig) der Klasse A (IgA) finden sich hauptsächlich in Schleimhäuten, z.B. im Dünndarm, in den Atemwegen und sogar in Tränen und Speichel.

IgA-Mangel

Bei einem IgA-Mangel handelt es sich um einen der häufigsten Immundefekte. Es können nur sehr niedrige oder überhaupt keine Antikörper der Klasse IgA (Immunglobuline A, IgA) im Blut und in den Schleimhäuten nachgewiesen werden. Betroffene Patienten bemerken diesen Mangel aber meist nicht, der Körper kommt gut damit zurecht. Lediglich ein etwas häufigeres Auftreten von Infektionskrankheiten kann vorkommen. Bei der Diagnose bestimmter Krankheiten wie der Zöliakie, bei der üblicherweise Auto-Antikörper der Klasse IgA zur Diagnose genutzt werden, ist es aber wichtig diesen IgA-Mangel zu erkennen und auf IgG-Antikörpertests auszuweichen.


IgE

Antikörper (Immunglobuline, Ig) der Klasse E (IgG), die vor allem bei der Entwicklung von Allergien gegen harmlose Eiweiße aus der Umwelt (zum Beispiel von Pollen, Nahrungsproteinen etc.) beteiligt sind. IgE-Antikörper kommen nur in geringen Konzentrationen vor, können aber eine sehr starke Immunantwort auslösen.


IgG

Antikörper (Immunglobuline, Ig) vom der Klasse G (IgG) machen mit einem Anteil von 80% den Großteil aller Immunglobuline des Körpers aus und sind für eine gut funktionierende Immunantwort ausschlaggebend.


Immunglobulin

Immunglobulin ist ein anderes Wort für Antikörper. Immunglobuline werden nur von speziellen Immunzellen (B-Zellen oder Plasmazellen) produziert. Immunglobuline heften sich an körperfremde Eiweiße wie die Oberflächeneiweiße von Bakterien oder Viren, um sie für andere Immunzellen zu markieren und damit zu bekämpfen. Es gibt verschiedene Klassen von Immunglobulinen (IgA, IgD, IgE, IgG und IgM), aber alle dienen zur Abwehr potentiell gefährlicher Substanzen und Krankheitserreger.


Immunsystem

Abwehrsystem unseres Körpers, um ihn vor Infektionen durch Krankheitserreger und andere gefährliche Fremdstoffe sowie gegen die Ausbreitung entarteter Zellen zu schützen.  


K

Krypta

Grubenartige oder röhrenförmige Vertiefungen der Darmschleimhaut. Hier werden kontinuierlich Zellen der Darmschleimhaut produziert, die normalerweise langsam an den Krypten nach oben wandern. Auch verschiedene Verdauungsenzyme werden hier abgegeben.


Kryptenhyperplasie

Zunahme der Länge der Krypten (grubenförmige Vertiefungen, "Täler") der Dünndarmschleimhaut.


L

Lymphom

Ein Lymphom ist eine Art von Krebs des Immunsystems und der weißen Blutkörperchen. Wenn es sich im Dünndarm entwickelt, wird es Darm-Lymphom genannt, da die Lymphknoten im Dünndarm betroffen sind. Bei dieser Form spricht man auch von T-Zell-assoziiiertem Lympom (EATL). Es handelt es um eine seltene, aber schwere Komplikation der Zöliakie. Die Prognose hängt von vielen Faktoren ab, wie dem Stadium, der Reaktion auf die Behandlung und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.


P

Peptid

Peptide sind kleinere Bruchstücke von Proteinen und bestehen aus wenigen Aminosäuren. 


placebokontrollierte Doppelblindstudie

Bestimmte Art von Studien, bei der eine Gruppe der Teilnehmer eine bestimmte Behandlung erhält, während die andere Gruppe nur ein Scheinmittel bzw. eine Scheinbehandlung (Placebo) erhält. Um eine subjektive Interpretation durch die Teilnehmer und die Studienmitarbeiter auszuschließen, wird die Zuordnung in die Gruppen meist doppelt-verblindet, das bedeutet weder die Teilnehmer noch die zuständigen Studienmitarbeiter wissen, wer welche Behandlung erhält. Die Zuteilung erfolgt nach einem vorher nach Zufallsprinzip erstellten Schema und wird von anderen Mitarbeitern ausgeführt, die keinen Kontakt zu den Teilnehmer haben. Auch die Datenanalyse wird nach Möglichkeit noch teil-verblindet durchgeführt (Gruppe A und B). Erst dann erfolgt eine Entblindung der Zuordnung und man kann anhand der Ergebnisse beurteilen, ob die Behandlung einen Vorteil zu Placebo hat oder nicht.


R

Refräktäre Zöliakie

Wenn sich die Beschwerden und Anzeichen der Zöliakie trotz langfristiger Einhaltung einer strikt glutenfreien Diät nicht deutlich bessern oder plötzlich erneut auftreten,  kann es sich in seltenen Fällen um eine refraktäre Zöliakie handeln, die ernste Folgen haben kann. Betroffene sollten sich deshalb unbedingt in spezialisierten Zentren behandeln lassen.


S

Schleimhaut

Die Schleimhaut ist eine Schutzschicht, die das Innere der Körperhöheln wie die Mundhöhle, den Darm, den Nasen-Rachenraum oder die Lunge auskleidet. Neben dem Schutz dieser Organe trägt der Schleim, den die Schleimhaut produziert, unter anderem zum Transport der Nahrung durch den Darm bei. Die Zellen der Dünndarmschleimhaut sind außerdem verantwortlich die Nährstoffaufnahme.


Sedierung

Sedierung bedeuete in diesem Zusammenhang, dass der Patient ein Schlaf- oder Beruhigungsmittel erhält und die Untersuchung dadurch nicht bewusst mitbekommt.  Eine Sedierung ist meist sehr gut verträglich. Nach dem Aufwachen sind die Patienten meist sehr schnell wieder bei vollem Bewusstsein.


T

TGA-IgA

Antikörper (= Immunglobuline) der Klasse IgA gegen Gewebstransglutaminase sind ein hervorragender Blutwert zur Diagnose der Zöliakie und sollte der erste Test sein, der bei Verdacht oder Ausschluss einer Zöliakie durchgeführt wird.


tTG

Antikörper gegen Gewebs-Transglutaminase, ein Enzym, das bestimmte Moleküle in ihrer Struktur verändern kann, zum Beispiel Gliadin.


U

Ulzerative Jejunitis

Entzündung des Leerdarms (Jejunum), der zweite Abschnitt des Dünndarms. Dabei kommt es zu Schädigungen der Schleimhaut im Jejunum und es entwickeln sich Geschwüre (Ulzerationen). Die ulzerative Jejunitis ist eine seltene Komplikation der refraktären Zöliakie. Die Behandlung ist schwierig und kann sogar eine Operation erforderlich machen, um die von Geschwüren betroffenen Bereiche zu entfernen.



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